Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


Webnews



http://myblog.de/madhousediary

Gratis bloggen bei
myblog.de





Der erste Streich

Ich bin wirklich nicht sicher, wie ich mir das vorgestellt habe, aber es ist jetzt geschehen. Ich habe den Schrein für Obatala errichtet, und zwar aus einem kleinen Tischchen, einer gefalteten Tischdecke, einem Bild von Obatala und einem weißen Teller, auf den ich 8 Raffaelos gelegt habe. Als es dann jedoch so weit war, das Wort an ihn zu richten, rutschte mir irgendwie das Herz in die Hose. Es war nicht so wie beim christlichen Gott, dass ich tatsächlich etwas gespürt habe, als ich begann, von mir zu erzählen, ich war also nicht sicher, ob er überhaupt zugehört hat. Aber aus irgendeinem Grund hatte ich zunächst Angst. Nach einer kurzen Weile jedoch ging es schon wesentlich besser, wahrscheinlich fand ein Teil von mir es absurd, mit (aus rein räumlicher Sicht) nichts zu sprechen. Ich werde es weiter versuchen. Außerdem werde ich, wenn alles klappt, morgen ein zweites Tischchen kaufen, den ich für die Egun- Anrufung benutzen werde. Hab ein-zwei Mails mit John Ziegler ausgetauscht. Dass ich in der Krypta des Doms etwas gespürt habe, war anscheinend kein Zufall. Tatsächlich scheine ich (so schätzte er mich jedenfalls ein) eine gewisse Sensibilität für das Spüren der Eguns zu besitzen. Dennoch mahnte er mich, vorsichtig zu sein, denn auf Orten wie Friedhöfen o. ä. treiben sich nicht nur gutartige Eguns herum. Ich war etwas erleichtert, als er mir sagte, dass ein Bild meines jeweiligen Egun nicht zwingend erforderlich ist, wichtig ist nur etwas Symbolisches auf dem Tisch platziere, damit ich einen Orientierungspunkt habe. Auch meine Bedenken in Bezug auf die Charakterschwächen meiner Vorfahren räumte er teilweise aus dem Weg- nach ihrem Tod werden die Menschen angeblich etwas einsichtiger und gereifter. So dürfte zum Beispiel die Verbitterung meines Großvaters in Bezug auf seine körperliche Behinderung nun nur noch abgeschwächt vorhanden sein, da er sich als Egun wiedr frei bewegen kann.

Alles in allem bin ich nicht sicher, was ich erwartet habe, und ob diese Erwartungen auch erfüllt wurden. Vielleicht war ich innerlich noch nicht ganz bereit dazu, an Obatala das Wort zu richten? Ich weiß es nicht.

1.8.07 18:32


Der zweite Streich

Hi. Ich würd das heute gern mit einem Satz einleiten, den ich im Orishanetwork gelesen haben:

Die Orishas wissen nicht, was wir wollen. Sie wissen, was wir brauchen.

Ich hab den Obatala- Schrein nun ins Fitnesszimmer umgestellt, irgendwie wusste ich, dass mein Schlafzimmer nicht der richtige Ort war. Eins der Dinge, die ich am vergangenen Tag gelernt habe, ist, dass diese ganze Geschichte zum Großteil oder am Anfang eher über Intuition und Unterbewusstsein läuft. Du spürst einfach, wenn etwas geschieht oder der Orisha etwas will.

Und ist etwas geschehen? Auf jeden Fall. Als ich meine Ansprache an Obatala gerichtet habe, hatte ich gar nicht so sehr eine Intensität im Gefühl, dass dort etwas sei, was zuhört. Nein, das ist falsch ausgedrückt. Ich hatte schon das Gefühl, mich nicht mit "Nichts" zu unterhalten, aber ich hatte ein anderes Gefühl erwartet. Was danach allerdings geschah, war unglaublich. Ich hatte auf einmal ENERGIE, und zwar in einer Intensität, die ich nur aus der Zeit vor meiner Psychose kannte. Ich war fitter und ja, ich hatte einfach Spaß an meinem Leben, sogar, als ich nur zuhause blieb und versuchte, zu begreifen, was dort gerade in mir ausgelöst wurde. Mir wurde klar, dass es dieses Gefühl war, das ich so vermisst hatte, und auf dessen Grundlage ich mir wieder etwas aufbauen kann. Ich habe nicht die geringste Ahnung, ob diese Energie nun von Obatala oder von mir kam, aber sie war definitiv da und ich habe sie in vollen Zügen genossen. Ich fühlte mich auf einmal unterstützt, verstanden und beschützt. Nochmal, es war unglaublich.

Im Orishanetwork wurde ich übrigens auch mit offenen Armen und ohne Vorbehalte empfangen, ein tolles Gefühl. Irgendwie FUNKTIONIERT diese ganze Geschichte für mich. Ich habe vor Obatala regelrecht philosophiert und als Erkenntnis des Tages habe ich mir folgendes mitgenommen: Religion, egal welche, sollte nicht dazu benutzt werden, sich vor der Welt zu flüchten und auf Wolke 7 zu schweben. Sie sollte dazu benutzt werden, Kraft zu gewinnen, damit man im Leben besser klar kommt. Und an dem Gedanken, eine Religion für die eigenen Zwecke zu "missbrauchen", ist nichts Falsches, sondern so, wie es gedacht ist. Und es ist völlig egal, woran man im Endeffekt glaubt, wichtig ist nur, dass man es tut. Ich glaube, das Thema wird auch im Film "Dogma" aufgegriffen. Ich werde mir den Streifen vielleicht bald mal wieder reinziehen.

Was gibt es noch zu sagen? Ich hab begonnen, mich nach einer Fachoberschule Soziales im Raum Lippstadt und Umgebung umzuschauen und hab schon zwei Schulen gefunden. Ich muss noch einmal im Arbeitsamt anrufen, da ich noch 1, 2 Informationen brauche für die Maßnahme, mit der ich gerade begonnen habe.

Ich war eben im Möbellager (da kann man billige, aber gute Möbel aus zweiter Hand erwerben). Glücklicherweise hab ich wen gefunden, der mich im Auto hinfuhr, weil er eh in dieselbe Richtung unterwegs war. Das passte ganz gut zusammen, weil ich nicht mehr genau wusste, wo das Ding zu finden war. Hab einen Tisch für 5 Euro gekauft und dann den ganzen Scheißweg von 2 km zu Fuß zurückgeschleppt (mit Raucherpause). Danach war ich ganz schön im Arsch, aber jetzt steht er im Wohnzimmer. Wozu ich den Tisch brauche? Das ist mein zweiter Schrein, diesmal für meine Eguns, die Ahnengeister. Ich will mir nun ein paar Informationen und Fotos von denselben beschaffen, um Kontakt mit ihnen aufnehmen zu können.

Hab kurz meine Mutter angerufen, das lief super. Ich hatte plötzlich gar keine Hemmungen mehr und war ganz ich selbst, das erste Mal seit langem.

Ich fühle mich insgesamt viel besser, innerlich ruhender und einfach stärker.

Cheers.

2.8.07 14:52





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung